

Mia Amanda und die Wasserarbeit oder
Was ein Cavalier King Charles Spaniel so alles kann
Gerade bekam ich einen Anruf von meiner Mama. Sie meinte: Amanda, schreibe doch einmal etwas über deine große Leidenschaft, die Wasserarbeit, auf! Ich bin eine gehorsame Tochter und vielleicht interessiert euch ja mein kleiner Bericht. Das begann so: Mama rief meine Geschwister und mich zu sich und sagte: Ihr Lieben, die Zeit ist gekommen, wir müssen uns trennen.Und ehe ich es mich versah, saß ich in einem Auto auf dem Schoß eines Jungen, der immer wieder in meine Ohren flüsterte: Meine Amanda, meine Amanda. Mama hatte leider vergessen zu erwähnen, dass außer mir noch zwei riesige Neufundländer in meiner neuen Familie leben, die nun ihren heißen Atem auf mich herniederhechelten. Hätte ich das gewusst, wäre ich bestimmt nicht so bereitwillig in das Auto eingestiegen. Aber es war zu spät und ich musste das Beste aus der Situation machen, wenn ich nicht untergehen wollte. Und da waren wir auch schon in meinem neuen Zuhause. Entgegen aller meiner Befürchtungen wurde die dann folgende Zeit gar nicht so schlimm. Die Jüngere der beiden Neufundländerinnen und der Junge nahmen sich liebevoll meiner an. Nun bin ich auch nicht gerade auf den Kopf gefallen und lernte zügig, meistens alle Kommandos zu befolgen, die ein gehorsamer Hund heutzutage kennen muss. Also kam der große Tag und ich durfte mit zur Wasserarbeit. Alles begann damit, dass die Neufundländer ganz gegen ihre Gewohnheit sehr unruhig wurden. Der Junge packte Dummys, Schwimmwesten, Handtücher usw. ins Auto. Wir stiegen ein, Frauchen setzte sich ans Steuer und wir brausten los. Unser Ziel war ein großer See. Als wir dort ausstiegen, waren schon viele andere Neufundländer da. Mich schrecken keine großen Hunde. Wenn man sich nur immer rechtzeitig platt wie eine Flunder auf den Boden wirft, gegebenenfalls vielleicht auch mal auf den Rücken, wenn sie auf einen zustürzen, kommt man prima mit ihnen aus. Also nach einer ausgiebigen Begrüßung und einigen Gehorsamsübungen, bekamen wir Hunde Schwimmwesten umgeschnallt, die Menschen zwängten sich in Neoprenanzüge, das Schlauchboot wurde zu Wasser gelassen und wir begannen mit den Übungen. Zuerst musste ich zeigen, dass ich meinem Herrchen auch im Wasser gehorche, man nennt das Teamschwimmen. Danach warfen fremde Menschen verschiedene Gegenstände so weit ins Wasser, dass sie sie allein nicht mehr herausholen konnten und so wurden wir Hunde losgeschickt, um sie zu holen. Ihr denkt vielleicht, dass ich das mit meiner kleinen Schnauze nicht kann. Aber da irrt ihr euch. Ich finde immer noch irgendwo ein Zipfelchen oder Eckchen, an dem ich den Gegenstand fassen kann. Bei der nächsten Übung wurden wir einzeln mit einem Schlauchboot auf den See hinausgefahren. Herrchen rief mich vom Ufer aus, ich sprang aus dem Boot ins Wasser und schwamm in eleganten Zügen zu ihm ans Ufer. Später musste ich dann noch Herrchen aus dem Wasser retten. Ich glaube, er hatte sich ein wenig übernommen, denn er hielt sich ganz kraftlos an meiner Weste fest und ich musste ihn an Land ziehen. Einige Minuten später hatte er sich aber schon wieder erholt, paddelte mit einem Surfbrett auf das Wasser hinaus und schrie plötzlich schrecklich laut: Hier, hier! Schon wieder schaffte er es nicht allein an das Ufer zurück und so stürzte ich mich abermals ins Wasser. Ich schwamm zu Herrchen hin, ergriff das Seil des Surfbretts, drehte ab und zog ihn an Land. Da war Herrchen aber froh und er sagte leise zu mir: Für heute reicht es,und wenn ich dich nicht hätte, Mia Amanda vom Welfenhof.
(Züchter: Simone Frankenberg, Besitzer: Familie Schiefelbein)
Cavaliere des Monats - Mia Amanda vom Welfenhof und Nayeli vom Welfenhof
(Nayeli war auf den Fotos erst 3,5 Monate alt)